Der Heckenschnitt ist ein Mysterium. Wann, wie und warum? Diesen Fragen gehen wir auf den Grund.
Vom 01. März bis zum 30. September dürfen wir Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze nicht stark beschneiden oder auf den Stock setzen (also ganz unten abschneiden) und schon gar nicht ganz entfernen, weil sie in dieser Zeit den Vögeln als Nistplätze dienen. Was wir aber sehr wohl dürfen und auch müssen, ist den sogenannte Form- und Pflegeschnitt durchzuführen (vgl. § 39 Absatz 2 Nr. 5 Bundesnaturschutzgesetz).
Der Form- und Pflegeschnitt dient der Beseitigung des jährlichen Zuwachses der Pflanzen. Er wird 2 mal im Jahr durchgeführt. Einmal im Sommer ab dem 24. Juni und dann noch einmal im Herbst. Die Art und Form bestimmt der Vorstand. Die Maximalhöhe von 1,10 m ist vom Landesbund vorgegeben und muss eingehalten werden.
Aber warum 1,10 m? Diese magische Grenze hat 2 Gründe. Zum einen soll das Verkahlen der unteren Zweigpartien verhindert werden, damit Vögel und Insekten darin nisten können. Dafür sorgt ebenfalls ein konischer Schnitt. Das heißt, unten soll die Hecke breiter sein als oben. Und zum anderen sind Kleingartenanlagen Grünflächen, die der Allgemeinheit zugänglich sind. Die Gärten sollen von außen einsehbar sein, um Spaziergängern eine Anteilnahme an deren Schönheit zu gewähren. Das ist eine der Voraussetzungen, damit uns die Stadt Hamburg das Pachtland für unsere Kleingartenanlagen so günstig zur Verfügung stellt.
Es gibt noch einen dritten, sehr logischen Grund. Wer seinen Garten einsehbar hält, schützt sich besser vor Einbrüchen. Diese beobachten wir vor allem in den uneinsehbaren und verwilderten Gärten.
